Strom und Gas: Was du als Verbraucher wirklich wissen musst
Wie der deutsche Energiemarkt funktioniert, woraus sich dein Preis zusammensetzt und wie du den richtigen Tarif findest – der komplette Leitfaden für Strom und Gas.
Inhaltsverzeichnis
Einordnung: Warum Energie dein größter Fixkosten-Hebel ist
Öffne deine letzte Stromrechnung. Verstehst du, wofür du bezahlst? Die meisten Menschen können diese Frage nicht beantworten – und genau das kostet sie bares Geld.
Strom und Gas sind für die meisten Haushalte der größte einzelne Fixkosten-Block nach der Miete. Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt zahlt aktuell rund 109 Euro monatlich allein für Strom. Kommt eine Gasheizung dazu, sind es schnell 250 bis 300 Euro. Und trotzdem stecken immer noch 22 Prozent aller deutschen Haushalte im teuersten Stromtarif, der überhaupt möglich ist – der Grundversorgung. Nicht weil sie sich bewusst dafür entschieden hätten, sondern weil sie nie aktiv etwas anderes gewählt haben.
Gleichzeitig hat sich der Energiemarkt in den letzten Jahren grundlegend verändert. Die Energiekrise 2022 hat die Preise nach oben getrieben, die Strompreisbremse ist Ende 2023 ausgelaufen, seit 2025 müssen alle Anbieter dynamische Tarife anbieten, und die Netzentgelte sinken 2026 um fast 60 Prozent. Wer sich mit den Grundlagen auskennt, kann von diesen Veränderungen profitieren. Wer nicht, zahlt drauf.
Dieser Artikel erklärt dir, wie der deutsche Energiemarkt funktioniert, woraus sich dein Preis zusammensetzt und worauf du bei der Tarifwahl wirklich achten musst. Ohne Verkaufsinteresse, ohne Vereinfachungen, die am Ende teuer werden. (Wenn du zuerst den Gesamtüberblick über alle Fixkosten willst, starte mit unserem Grundlagenartikel zu Fixkosten.)
Wie der deutsche Energiemarkt funktioniert
Um deine Stromrechnung zu verstehen, musst du wissen, wer im Energiemarkt welche Rolle spielt. Es sind drei zentrale Akteure – und keiner davon ist optional.
Erzeuger: Wo der Strom herkommt
Strom wird in Deutschland von einer Mischung aus erneuerbaren Quellen (Wind, Solar, Biomasse) und konventionellen Kraftwerken (Gas, Kohle) erzeugt. 2025 stammten knapp 60 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Die fünf größten Erzeuger – RWE, E.ON, Vattenfall, EnBW und LEAG – kontrollieren zusammen rund 75 Prozent der Erzeugungskapazität.
Der erzeugte Strom wird an der Strombörse EPEX SPOT gehandelt. Dort bildet sich der Großhandelspreis, der 2024 im Jahresdurchschnitt bei 78 Euro pro Megawattstunde lag – immer noch deutlich über dem Vorkrisenniveau von 2020. Dieser Börsenpreis ist die Basis für deinen Endpreis, macht aber nur einen Teil davon aus.
Netzbetreiber: Die unsichtbare Infrastruktur
Die Übertragungsnetzbetreiber (vier große für ganz Deutschland) und über 800 Verteilnetzbetreiber transportieren den Strom vom Kraftwerk zu dir nach Hause. Für diese Infrastruktur zahlst du Netzentgelte – und die machen mit rund 25 Prozent einen erheblichen Teil deiner Stromrechnung aus.
Wichtig zu wissen: Die Netzentgelte variieren regional stark. Je nach Wohnort zahlst du zwischen 5 und 15 Cent pro Kilowattstunde allein für den Transport. Gute Nachricht für 2026: Die Übertragungsnetz-Entgelte sinken dank einer Bundessubvention von 6,5 Milliarden Euro um 57 Prozent – von 6,65 auf 2,86 Cent pro Kilowattstunde. Das sollte sich spürbar auf deiner nächsten Rechnung bemerkbar machen.
Versorger: Dein Vertragspartner
Dein Energieversorger kauft Strom an der Börse ein, bezahlt die Netzentgelte und verkauft dir das Gesamtpaket als Tarif. In Deutschland gibt es über 1.000 Stromanbieter – von lokalen Stadtwerken (die zusammen 46 Prozent des Marktes bedienen) über die großen Konzerne bis hin zu Discountern wie Aras Energy oder immergrün!.
Dein Versorger ist der einzige dieser drei Akteure, den du frei wählen kannst. Und genau hier liegt dein Hebel.
Woraus sich dein Strompreis zusammensetzt
Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt 2026 bei rund 37,2 Cent pro Kilowattstunde. Aber wohin fließt dieses Geld?
Die drei großen Blöcke
Stromerzeugung und Vertrieb machen etwa 40 Prozent deines Preises aus – rund 16 bis 18 Cent pro Kilowattstunde. Das ist der Teil, den dein Versorger beeinflusst: Einkauf an der Börse plus seine Marge (typischerweise 2 bis 4 Cent). Dieser Anteil ist seit der Energiekrise gesunken, liegt aber weiterhin über dem Vorkrisenniveau.
Netzentgelte schlagen mit rund 25 Prozent zu Buche – rund 9,3 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Anteil ist reguliert und wird von der Bundesnetzagentur überwacht. Wie erwähnt sinken die Übertragungsnetz-Entgelte 2026 deutlich. Auf die Verteilnetz-Entgelte hast du keinen Einfluss – sie hängen von deinem Wohnort ab.
Steuern, Abgaben und Umlagen machen die restlichen rund 32 Prozent aus. Dazu gehören die Stromsteuer (2,05 Cent pro Kilowattstunde), die 19 Prozent Mehrwertsteuer auf den Gesamtbetrag und verschiedene kleinere Umlagen. Die EEG-Umlage für erneuerbare Energien wird seit Juli 2022 nicht mehr erhoben (formal 2023 durch das EnFG abgelöst) und wird seither über den Bundeshaushalt finanziert.
Was du beeinflussen kannst – und was nicht: Etwa 60 Prozent deines Strompreises sind reguliert (Netzentgelte, Steuern, Umlagen) und für alle Anbieter gleich. Dein Versorger kann nur die restlichen 40 Prozent gestalten. Das bedeutet: Selbst der günstigste Tarif hat einen festen Sockel. Aber auf die 40 Prozent, die variabel sind, lohnt sich der Blick – hier entstehen die Unterschiede von mehreren Hundert Euro im Jahr.
Und beim Gas?
Die Preisstruktur bei Gas ist ähnlich, aber die Gewichtung verschiebt sich: Der Beschaffungsanteil ist höher, die Umlagen geringer. Der durchschnittliche Gaspreis liegt 2025 bei 10 bis 12 Cent pro Kilowattstunde – Tendenz fallend. Die Gasspeicherumlage wurde zum 1. Januar 2026 abgeschafft. Für Haushalte mit Gasheizung (Jahresverbrauch 16.000 bis 25.000 kWh) sind das monatliche Kosten von 130 bis 250 Euro.
Welche Tarifmodelle gibt es?
Nicht jeder Tarif funktioniert gleich. Seit 2025 gibt es drei grundlegend verschiedene Modelle – und die Wahl des richtigen hängt von deiner persönlichen Situation ab.
Festpreistarif: Die sichere Variante
Beim Festpreistarif zahlst du einen fixen Arbeitspreis pro Kilowattstunde und einen festen monatlichen Grundpreis. Diese Preise sind für die Vertragslaufzeit garantiert – zumindest teilweise. Die meisten Anbieter bieten nur eine eingeschränkte Preisgarantie: Steuern, Umlagen und Netzentgelte sind davon ausgenommen. Eine volle Preisgarantie, die wirklich alles abdeckt, ist auf dem Markt extrem selten.
Festpreistarife sind die Empfehlung der Verbraucherzentrale für über 95 Prozent der Haushalte. Sie bieten Planungssicherheit und schützen vor plötzlichen Preissprüngen. Der Nachteil: Wenn die Börsenpreise fallen, profitierst du nicht davon – du bist vertraglich gebunden. Wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist, lohnt sich ein Blick auf unseren Artikel zu Ökostrom und Greenwashing – dort erklären wir, woran du echte grüne Tarife erkennst.
Variabler Tarif: Flexibel, aber unvorhersehbar
Variable Tarife (nicht zu verwechseln mit dynamischen Tarifen) können vom Anbieter mit einer Ankündigungsfrist angepasst werden – oft quartalsweise. In stabilen Marktphasen können sie günstiger sein als Festpreistarife, weil der Anbieter kein Preisrisiko einkalkulieren muss. In volatilen Zeiten können sie aber auch schnell teurer werden.
Die Grundversorgung ist übrigens ein Sonderfall des variablen Tarifs – mit dem Unterschied, dass sie gesetzlich geregelt und in der Regel deutlich teurer ist als jede aktiv gewählte Alternative.
Dynamischer Tarif: Die Zukunft – für manche
Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle deutschen Stromversorger mindestens einen dynamischen Tarif anbieten. Bei diesen Tarifen schwankt der Preis stündlich oder sogar viertelstündlich – basierend auf den aktuellen Börsenkursen der EPEX SPOT.
Für wen sich das lohnt: Wer ein Elektroauto mit intelligenter Ladesteuerung hat, eine Wärmepumpe mit Pufferspeicher betreibt oder über ein Batteriespeichersystem verfügt, kann seinen Verbrauch in günstige Stunden verschieben und 10 bis 35 Prozent sparen. Für alle anderen – also die große Mehrheit – sind dynamische Tarife eher ein Risiko als eine Chance. 80 Prozent der deutschen Haushalte fühlen sich laut einer vzbv-Umfrage schlecht über dynamische Tarife informiert.
Dynamische Tarife: Ehrliche Einordnung. Dynamische Tarife sind kein Spartipp für jeden. Ohne Smart Meter (bisher nur bei 15 Prozent der Haushalte installiert) und ohne flexible Verbraucher wie E-Auto oder Wärmepumpe hast du keine Möglichkeit, von günstigen Stunden zu profitieren. Im schlimmsten Fall zahlst du an kalten Winterabenden Spitzenpreise, weil genau dann alle heizen. Wenn du kein flexibles Verbrauchsprofil hast, bleib beim Festpreistarif.
Was sich seit der Energiekrise verändert hat
Die Energiekrise 2022/2023 war ein Wendepunkt. Der durchschnittliche Strompreis stieg 2023 auf 47 Cent pro Kilowattstunde – heute liegt er bei 37,2 Cent. Zurück auf Vorkrisenniveau sind wir damit nicht: 2021 waren es noch 32,2 Cent. Das entspricht einem dauerhaften Anstieg von gut 15 Prozent.
Was sich konkret geändert hat: Die Strompreisbremse und Gaspreisbremse sind Ende 2023 ausgelaufen. Der CO₂-Preis ist zum 1. Januar 2025 auf 55 Euro pro Tonne gestiegen und wird weiter steigen. Die Regierung setzt statt auf Preisdeckel jetzt auf gezielte Subventionen – wie die 6,5-Milliarden-Euro-Entlastung bei den Netzentgelten.
Für Verbraucher bedeutet das: Die Zeiten, in denen man seinen Energietarif einfach vergessen konnte, sind vorbei. Wer aktiv vergleicht und wechselt, profitiert. Wer passiv bleibt, zahlt den Preis der Trägheit. Die Rekordzahl von 7,1 Millionen Strom-Lieferantenwechseln 2024 zeigt, dass immer mehr Menschen das verstehen.
Typische Fehler und Mythen
„Strom kommt aus der Steckdose – Anbieter sind doch alle gleich"
Physisch stimmt das: Der Strom kommt immer aus dem gleichen Netz. Aber finanziell gibt es enorme Unterschiede. Zwischen dem teuersten Grundversorgungstarif und dem günstigsten Wettbewerbstarif liegen aktuell 6 Cent pro Kilowattstunde oder mehr. Bei 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch sind das über 200 Euro Unterschied – pro Jahr.
„Der Neukundenbonus macht den Tarif günstig"
Neukundenboni von 50 bis 200 Euro klingen verlockend. Das Problem: Sie gelten nur im ersten Jahr. Der eigentliche Kilowattstundenpreis ist bei Bonustarifen oft höher als bei Tarifen ohne Bonus. Wer nach dem ersten Jahr nicht erneut wechselt, zahlt plötzlich deutlich mehr. Stiftung Warentest fand in einem Test heraus, dass nur 2 von 49 Discountern langfristig faire Tarife boten. Der Bonus ist Marketingkosten – du zahlst ihn letztlich selbst über den höheren Grundtarif.
„Meine Preisgarantie schützt mich vor Erhöhungen"
Nur bedingt. Die allermeisten Preisgarantien am Markt sind eingeschränkt: Sie decken den Energiepreis und teilweise die Netzentgelte ab, aber nicht Steuern und Umlagen. Genau diese Posten sind aber oft der Grund für Preiserhöhungen. Eine „12-Monats-Preisgarantie" bedeutet also nicht, dass dein Preis 12 Monate lang stabil bleibt. Lies das Kleingedruckte.
„Wechseln ist riskant – am Ende steht man ohne Strom da"
Diesen Mythos kannst du komplett vergessen. Die Versorgungssicherheit in Deutschland liegt bei 99,998 Prozent – im Schnitt fällt der Strom 11,7 Minuten pro Jahr aus, und das hat nichts mit Anbieterwechseln zu tun. Beim Wechsel ändert sich nur die Abrechnungsinstanz, nicht die physische Infrastruktur. Und selbst wenn etwas schiefgeht, springt automatisch die Grundversorgung ein. Es ist gesetzlich unmöglich, durch einen Wechsel ohne Strom dazustehen.
„Vergleichsportale zeigen mir den besten Tarif"
Check24 und Verivox sind hilfreiche Werkzeuge, aber keine neutralen Berater. Zusammen kontrollieren sie rund 95 Prozent des Vergleichsmarktes – und finanzieren sich über Provisionen der Anbieter. Tarife ohne Provision tauchen gar nicht auf. Die Grundversorgungstarife fehlen komplett. Und die Standard-Sortierung bevorzugt oft Tarife mit hohen Boni statt langfristig günstige Angebote. Nutze Portale als Startpunkt, aber nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage. Mehr dazu in unserem Artikel zu den Grenzen von Vergleichsportalen.
Dein Sonderkündigungsrecht: Bei jeder einseitigen Preiserhöhung hast du nach §41 Abs. 5 EnWG das Recht, deinen Vertrag sofort zu kündigen – unabhängig von der regulären Laufzeit. Es gibt keine Mindestschwelle: Auch eine geringe Erhöhung löst das Sonderkündigungsrecht aus. Dein Anbieter muss dich schriftlich darüber informieren. Fehlt dieser Hinweis, ist die gesamte Preiserhöhung ungültig. Dieses Recht kann nicht per AGB ausgeschlossen werden.
Worauf solltest du achten? Der Wechsel-Leitfaden
Schritt 1: Deinen Verbrauch kennen
Bevor du vergleichst, brauchst du eine Zahl: deinen Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Du findest ihn auf deiner letzten Jahresabrechnung. Hast du keine, hier sind Richtwerte: Ein Single-Haushalt verbraucht typischerweise 1.500 bis 2.000 kWh Strom pro Jahr, ein Zwei-Personen-Haushalt 2.200 bis 3.000 kWh, eine vierköpfige Familie 3.500 bis 5.000 kWh. Bei Gas mit Heizung rechne mit 16.000 bis 25.000 kWh je nach Wohnfläche.
Schritt 2: Die richtigen Vergleichskriterien setzen
Wenn du ein Vergleichsportal nutzt, stelle die Filter richtig ein: Maximale Vertragslaufzeit 12 Monate. Preisgarantie mindestens so lang wie die Vertragslaufzeit. Bonus aus der Preisberechnung herausnehmen – so siehst du den echten Dauertarif. Keine Vorauskasse-Tarife. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, mindestens zwei Portale zu nutzen und zusätzlich den Finanztip-Rechner, der nach besonders verbraucherfreundlichen Kriterien filtert.
Schritt 3: Grundpreis und Arbeitspreis richtig gewichten
Je nach deinem Verbrauchsprofil zählen unterschiedliche Preiskomponenten. Wenn du wenig verbrauchst (unter 2.000 kWh), achte besonders auf einen niedrigen Grundpreis – er kann deine Rechnung stärker beeinflussen als der Arbeitspreis. Vielverbraucher (über 4.000 kWh) sollten den Arbeitspreis priorisieren. Für alle dazwischen gilt: Berechne immer die Jahresgesamtkosten mit der Formel (Verbrauch × Arbeitspreis) + (Grundpreis × 12). Nur so ist ein fairer Vergleich möglich. Mehr dazu in unserem Artikel Arbeitspreis vs. Grundpreis.
Schritt 4: Rote Flaggen erkennen
Meide Tarife mit Vorauskasse – die Stromio-Pleite 2021 hat gezeigt, dass Vorauskasse-Kunden bei einer Insolvenz ihr Geld verlieren. Sei skeptisch bei Preisen, die mehr als 15 Prozent unter dem Marktschnitt liegen – extreme Niedrigpreise deuten auf ein nicht nachhaltiges Geschäftsmodell hin. Vertragslaufzeiten über 24 Monate schränken deine Flexibilität unnötig ein. Und komplexe Bonusstrukturen, bei denen du bestimmte Bedingungen erfüllen musst, um die volle Prämie zu bekommen, sind ein Warnsignal.
Schritt 5: Wechseln – in 15 Minuten erledigt
Der tatsächliche Wechsel ist überraschend einfach: Du schließt online einen neuen Vertrag ab. Dein neuer Anbieter kümmert sich um die Kündigung beim alten. Seit Juni 2025 muss der technische Wechsel innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen sein. Deine Strom- oder Gasversorgung wird dabei zu keinem Zeitpunkt unterbrochen – das ist gesetzlich garantiert. Du brauchst dafür nur deine Postleitzahl, deinen Jahresverbrauch und deine Zählernummer (steht auf deiner letzten Rechnung oder direkt am Zähler).
Der beste Zeitpunkt zum Suchen ist August bis September für einen Wechsel zum Jahreswechsel. Aber grundsätzlich gilt: Der beste Zeitpunkt ist jetzt – denn jeder Monat in einem zu teuren Tarif kostet dich Geld.
Mehr strategische Tipps zum optimalen Zeitpunkt und zur langfristigen Wechselstrategie findest du in unserem Artikel Strom- und Gastarif wechseln: Timing, Strategie und typische Fallen.
Praxis-Tipp: Trag dir nach jedem Vertragsabschluss sofort eine Kalendererinnerung ein – vier Monate vor Vertragsende. So verpasst du keine Kündigungsfrist und kannst rechtzeitig neu vergleichen. Seit der Gesetzesänderung 2022 gilt: Nach der Erstlaufzeit ist dein Vertrag jederzeit mit einem Monat Frist kündbar.
Fazit
Der deutsche Energiemarkt ist komplex, aber kein Buch mit sieben Siegeln. Wer versteht, woraus sich der Preis zusammensetzt, welche Tarifmodelle es gibt und welche Mythen ihn vom Handeln abhalten, kann mit einem einzigen Wechsel mehrere Hundert Euro im Jahr sparen. Die Rekordzahl von 7,1 Millionen Wechslern 2024 zeigt: Immer mehr Menschen nehmen ihre Energiekosten selbst in die Hand. Die Frage ist nicht, ob sich ein Wechsel lohnt – sondern warum du ihn nicht längst gemacht hast.
Genau hier setzen wir in der Beratung an: Wir analysieren deine aktuelle Energiesituation, identifizieren dein persönliches Sparpotenzial und begleiten dich durch den gesamten Wechselprozess – ohne Provision, ohne Verkaufsinteresse.
Quellen
- Bundesnetzagentur: Monitoringbericht Energie 2025 – Wechselquoten (7,1 Mio.), Grundversorgungsanteile (22% Strom, 16% Gas), Marktstruktur, Strompreiszusammensetzung
- EPEX SPOT: Großhandelspreise Strom 2024 (Jahresdurchschnitt 78 €/MWh), Marktmechanismus Day-Ahead-Auktion
- Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv): Ratgeber Preise, Tarife & Anbieterwechsel – Tarifwahl, Wechselprozess, Bonustarife, dynamische Tarife
- Finanztip: Stromanbieter wechseln 2026 – verbraucherfreundliche Vergleichskriterien, Sonderkündigungsrecht
- Stiftung Warentest / Finanztest: Wechselservice-Test 09/2025, Vergleichsportal-Test – Transparenz, Marktabdeckung, Sortierlogik
- Clean Energy Wire: What German households pay for electricity (2025) – Preisbreakdown, Netzentgelt-Reform, dynamische Tarife
- Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK): Smart-Meter-Rollout Gesetzgebung, Netzentgelt-Subvention 6,5 Mrd. € (2026)
- IEA Germany 2025: Energiemarkt-Gesamtanalyse, CO₂-Preisentwicklung, Post-Krise-Marktlage
- Fraunhofer ISI (Schleich et al., 2019): Verlustaversion und Energieentscheidungen – Verhaltensökonomische Studie
- Samuelson, W. & Zeckhauser, R.: Status Quo Bias in Decision Making (1988)
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Zuletzt aktualisiert: 8. Februar 2026
Lernpfad: Strom & Gas wechseln · Schritt 2 von 5
Arbeitspreis vs. Grundpreis: Was deinen Stromtarif wirklich bestimmt
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